TENNISARM
(Epicondylalgie)
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Der Tennisarm wird vom Mediziner als Epicondylitis ra dialis h umeri (Epikondylitis lateralis h umeri) bezeichnet. Manche Autoren verwenden auch den Begriff "Epicondylalgie" (wird teilweise auch mit k geschrieben: Epikondylalgie).

Beim Tennisarm besteht ein chronischer Entzündungszustand im Bereich der Sehnen ansätze am Epi condylus lateralis h umeri (= über dem Ellbogen außen). Die Ursache ist nicht geklärt; vieles spricht für eine mechanische Auslösung (deshalb auch "Tennisarm", weil derartige Beschwerden häufiger nach intensivem Tennisspielen auftreten).

Ein Tennisarm ist im akuten Stadium schmerz haft und vor allem lästig, jedoch an sich eine harmlose Erkrankung. Bei entsprechender körperlichen Schonung und örtlichen entzündungshemmenden Maßnahmen (z.B. Kältepackung, Fango) klingen die Beschwerden bald wieder ab. Halten die Schmerzen aber länger als drei Monate an, so ist daraus eine chronische Schmerzerkrankung geworden.

Beim Tennisarm klagen die Patienten über Schmerzen im Bereich des Epicondylus ra dialis h umeri (= über dem Ellenbogen außen), die sich bei Faustschluß und kräftiger Dorsalextension (= Beugung in Richtung Handrücken) im Handgelenk verstärken.
Nicht selten strahlen die Ellenbogenschmerzen in Unterarm und/oder Oberarm aus, so daß dann der ganze Arm schmerz
t. Regelmäßig besteht ein deutlicher Druck schmerz im Bereich des ellenbogennahen äußeren Unterarmes.

Als therapeutische Lokalanästhesie kann bei Tennisarm ein Versuch mit Infiltrationen mit einem örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain), auch mit Kortikoidzusatz, unternommen werden. Dabei muß allerdings ein Kontakt der Kanülenspitze mit der Knochenhaut unbedingt vermieden werden, da damit häufig heftigste, anhaltende Schmerzreaktionen ausgelöst werden können (z.B. Ausbildung einer Periostitis (= Knochenhautentzündung)).
Nicht selten hilft nur eine längerfristige kontinuierliche Plexus brachialis-Blockade mit Katheter. Dabei wird vorübergehend (ca. 10-14 Tage lang) ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle in die Nervenscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert, die den entzündlichen Prozessen bei der Epicond
ylitis nachhaltig entgegenwirkt, denn unter einer guten Durchblutung heilen Entzündungen sicher ab.

Daß örtliche Betäubungsmittel auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Nach einer Pressemitteilung (Die Welt - 08.05.2002) scheint eine Behandlung mit Botulinustoxin (= ein Nahrungsmittelgift) beim Tennisarm erfolgversprechend zu sein. Die Wirkung beruht auf einer Entkrampfung der im Schmerzbereich krankhaft übererregten Muskeln.

Physikalische Therapie beim Tennisarm:
Auch eine Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Schmerzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit Tennisarm empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls Armschmerzen lindern.
Die Verordnung von gewöhnlichen Massagen ist auch bei einer
Epicondylalgie nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Wichtig hingegen ist bei Tennisarm eine
gelenk funktionserhaltende heilgymnastische Therapie.
Auch eine Behandlung mit Röntgenstrahlen kann schmerzlindernd sein (Thomalske 1991), ebenso eine Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie), gleiches gilt für die Hochtontherapie..
Manchmal ist auch beim Tennisarm eine deutliche Besserung durch die Iontophorese
(= Einbringung eines Arzneimittels durch die Haut mit Hilfe von Gleichstrom) (z.B. mit Diclofenac) zu erzielen.

Andere Therapiemaßnahmen bei Tennisarm:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur (Schmerzakupunktur) nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson, ebenso ein Schmerzbewältigungstraining sind auch bei einen chronischen Tennisarm eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie.

Die aufgeführten Behandlungsmaßnahmen eignen sich in gleicher Weise für die seltenere Epicond ylitis ulnaris humeri (Epicond ylitis medial is hu meri) (= Schmerzen an der Innenseite des El lenbogens).

Wer bezahlt eigentlich eine erforderliche, stationäre Rehabilitationsbehandlung?
(Originaltext der Bundesregierung): "Die Krankenversicherung finanziert Rehabilitationsleistungen, wenn diese erforderlich sind, um eine Kran
kheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Beschwerden zu lindern, sofern die Erwerbsfähigkeit nicht erheblich gefährdet oder gemindert ist. Sie ist auch zuständig, wenn es darum geht, einer drohenden Behinderung oder Pflegebedürftigkeit vorzubeugen".
Hinzu kommt seit dem 1.4.2007, daß laut Bundesministerium für Gesundheit alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung jetzt sogar selbst aussuchenkönnen.
Die Rentenversicherungen sind demnach nur dann zuständig, wenn die "Behandlungen der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit bzw. Wiedereingliederung ins Berufsleben dienen". Wenn also Ihre Rentenversicherung in diesem Sinne laut Bescheid keinen Handlungsbedarf sieht, dann ist offensichtlich Ihre Krankenkasse für die Kostenübernahme der stationären Rehabilitation zuständig. Die Originaltexte finden Sie hier: http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st

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Aktualisiert: >10.02.2008</>kusb&
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